Der in Deutschland üblicherweise nur zu liturgischen Zwecken verwendete Weihrauch ist das nach dem Einkerben des Stammes von Boswellia carteri (Birdw.) austretende und an der Luft erhärtete Gummiharz. Indischer Weihrauch ist das entsprechend gewonnene, erhärtete Gummiharz von Boswellia serrata (Roxb.). In der traditionellen indischen Medizin dient indischer Weihrauch zur Behandlung chronisch-rheumatischer Entzündungen.
Die in dem Harz enthaltenen α- und β-Boswelliasäuren zeigen in vitro antimikrobielle Aktivität und eine Hemmung des Komplementsystems. Auch Schleimstoffe, Triterpene und ätherische Öle als Inhaltsstoffe des Harzes lassen eine Verwendung bei Erkrankungen der Luftwege und zur Wundheilung plausibel erscheinen, die Wirkungsweise ist jedoch wissenschaftlich nicht zweifelsfrei belegt.
In den letzten Jahren werden vornehmlich in der Laienpresse die therapeutischen Wirkungen des Weihrauchs aus Boswellia serrata und der Extrakte daraus propagiert und durch die Werbung einem größeren Kreis von Verbrauchern bekannt gemacht. Aus der Fachpresse ergibt sich, dass neue, klinische Studien Wirkungen der Weihrauch-Extrakte bei Rheuma und Asthma möglich erscheinen lassen. Das CVUA Karlsruhe hat Kapselpräparate mit dem Extrakt aus Indischem Weihrauch als Arzneimittel eingestuft, da diese Produkte nach ihrer objektiven Zweckbestimmung, teilweise auch durch die Werbung der Vertriebsunternehmen zu therapeutischen Anwendung bestimmt waren.
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