Pauschal formuliert: diese Mittel sind wirkungslos − oder aber es handelt sich um (nicht zugelassene) Arzneimittel, die wegen den möglichen gravierenden gesundheitlichen Risiken wenn überhaupt nur unter ärztlicher Aufsicht verwendet werden dürfen (siehe Ephedrin). Eine Gewichtsabnahme mit Lebensmitteln ist nur bei Einschränkung der Kalorienzufuhr und/oder deutlicher Erhöhung des Kalorienverbrauchs durch verstärkte körperliche Bewegung zu erzielen.
Dennoch versprechen solche Nahrungsergänzungsmittel oft Unmögliches, damit sie gut verkauft werden. Einige Beispiele von unzulässigen Werbeaussagen, die regelmäßig von uns beanstandet werden:
Die verwendeten Wirkstoffe wechseln regelmäßig, sobald zu viele Verbraucher die Wirkungslosigkeit erkannt haben. Momentan am häufigsten eingesetzt werden:
Ephedrinhaltige Produkte (Ephedra-Kraut, auch Ma-Huang oder Meerträubel genannt) werden insbesondere über das Internet als Schlankheitsmittel mit appetitzügelnder und fettabbauender Wirkung vertrieben. Die fettabbauende Wirkung soll auf der Anregung des Stoffwechsels durch das Alkaloid Ephedrin und einem damit verbundenen erhöhten Kalorienverbrauch beruhen. Außerdem wirkt Ephedrin stark entwässernd. Die übliche Kombination mit Coffein erhöht nicht nur die Wirkungen, sondern auch das Gesundheitsrisiko. Ephedrin-haltige Produkte sind nach deutschem Recht apothekenpflichtige − u.U. auch verschreibungspflichtige − Arzneimittel. Bereits 2002 warnten verschiedene Gesundheitsbehörden in Kanada, USA und Deutschland vor dem Verzehr solcher Produkte wegen den bekannt gewordenen Gesundheitsschäden. 20 Todesfälle in den USA und Hunderte von Fällen schädlicher Nebenwirkungen seien in den letzten Jahren damit in Verbindung gebracht worden. In den USA hat die FDA inzwischen die Vermarktung von Nahrungsergänzungsmitteln, die Ephedrin-Alkaloide enthalten, im Hinblick auf die schwerwiegenden gesundheitlichen Bedenken gegen diese Stoffe untersagt. Dennoch werden weiterhin Schlankheitsmittel mit Ephedrin als Wirkstoff über das Internet angeboten.
Synephrin ist ein dem Ephedrin verwandtes Alkaloid, welches in Form von Bitterorangen-Extrakt als Ersatz für Ephedrin eingesetzt wird. Die Wirksamkeit ist der von Ephedrin ähnlich, daher sind auch Produkte mit Synephrin nach deutschem Recht Arzneimittel. Dennoch ist die Situation im Hinblick auf Synephrin nicht ganz vergleichbar. Diese Substanz wird zwar i.d.R. vollmundig beworben, ist aber nach unseren Analysen i.Allg. nicht oder allenfalls in äußerst geringen Spuren in den verwendeten Extrakten enthalten.
Coffein, oder Coffein haltige Zutaten wie z.B. Guarana, Grün- oder Schwarztee, Mate Tee, Cola-Samen, sollen durch ihre den Stoffwechsel anregende Wirkung den Kalorienverbrauch erhöhen und den Abbau von Körperfett ankurbeln. Auch ihre entwässernde Wirkung soll zur Gewichtsabnahme beitragen. I.d.R. enthalten die Nahrungsergänzungsmittel jedoch nur Coffeinmengen, die etwa ein bis zwei Tassen Kaffee am Tag entsprechen. Schon dieser Vergleich zeigt, dass nur eine sehr geringe Wirkung zu erwarten ist. Für eine merkliche Gewichtsverringerung würden arzneiliche Dosierungen von Coffein benötigt, die erhebliche Nebenwirkungen haben (Magen-Darm-Beschwerden, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Zittern).
Carnitin ist eine körpereigene Substanz, die im Fettstoffwechsel gebraucht wird. Daraus leiten Anbieter von Schlankheitsmitteln her, dass eine zusätzliche Carnitin-Zufuhr eigentlich den Fettstoffwechsel ankurbeln und dadurch unerwünschte Fettpölsterchen abbauen müsste. Diese Annahme ist sicherlich sehr werbewirksam und klingt auch überzeugend, leider sind sich aber die Fachleute einig, dass Carnitin als Schlankheitsmittel völlig unwirksam ist. Der Körper bildet es nämlich in ausreichenden Mengen, im übrigen wird schon mit der normalen Ernährung genügend Carnitin zugeführt. Überschüssiges Carnitin macht nicht schlank, sondern wird einfach über den Urin ausgeschieden.
Spargel, Fenchel, Sellerie, coffeinhaltige Tees, Wacholder sowie zahlreiche andere Pflanzen (-extrakte) werden in Schlankheitsmitteln wegen ihrer entwässernden Wirkung eingesetzt. Durch den Wasserverlust zeigt die Waage in den ersten Tagen tatsächlich eine deutliche Gewichtsabnahme an. Das Körperfett ist aber unverändert geblieben, das ausgeschwemmte Wasser wird i.Allg. innerhalb kurzer Zeit wieder vom Körper ersetzt (erneuter Gewichtsanstieg). Schlank wird man nicht durch Entwässerungs-Maßnahmen, sondern nur durch Abbau der störenden Fettpolster. Wenn in seltenen Fällen Übergewicht durch krankhafte Wassereinlagerungen ins Gewebe verursacht wurde, muss dies ärztlich behandelt werden!
Chitosan wird als Fettbinder beworben, der im Magen-Darm-Trakt wie ein Schwamm das Nahrungsfett aufsaugt und es so für den Körper unverwertbar macht. Rechtlich gesehen sind solche Mittel keine Nahrungsergänzungsmittel, sondern Medizinprodukte. Es wäre schön, wenn durch eine solch einfache Maßnahme ein fettes Essen zum mageren gemacht werden könnte. Bisher konnte nur noch nicht bewiesen werden, dass das tatsächlich funktioniert
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