Die ungewöhnlich trockene und heiße Vegetationsperiode des Jahres 2003 führte zu einer sehr hohen Zuckereinlagerung in die Weintrauben. Aufgrund der z.T. extremen Trockenheit und den damit verbundenen Trockenstress verminderte sich jedoch die Aufnahme weiterer Rebennährstoffe aus dem Boden. In den anhaltend warmen tropischen Nächten mit Temperaturen über 20 °C wurden die Säuren der Weinbeeren wieder veratmet, was einen reduzierten Säuregehalt der Traubenmoste zur Folge hatte.
Aufgrund der sehr frühen Zuckereinlagerung eilten dem Jahrgang 2003 schon bald zahlreiche hohe Erwartungen voraus. Diese wurden bei der Ernte zunächst mit sehr hohen Mostgewichten (°Oechsle) überwiegend im Spät- und Auslesebereich bestätigt. Im Rahmen der Traubenmostuntersuchung an Herbstproben wurden bei den meisten Rebsorten Qualitäten im Prädikatsweinbereich (Spätlese bis Auslese) ermittelt.
Allerdings wiesen die Traubenmoste teilweise einen Säuregehalt nur in Höhe der Hälfte eines Durchschnittsjahrganges auf. Dieses Problem wurde schnell erkannt und der Gesetzgeber erlies auf dem Wege einer Eilverordnung in den Weinbauzonen A und B die Möglichkeit des Säurezusatzes in Höhe von 1,5 g/L bei Traubenmost und 2,5 g/L bei Wein. Der Säurezusatz, der auch schon wegen des erhöhten pH-Wertes der Moste und der damit verbundenen mikrobiellen Gefährdung erforderlich wurde, ist nur mit L-Weinsäure zulässig.
Die ersten durchgegorenen Weine präsentieren sich durch hohe Alkoholgehalte, falls keine Säurekorrektur erfolgte durch niedrige Säuregehalte. Manchen Weißweinen, denen aufgrund des Mostgewichtes ein Prädikat zusteht, fehlt jedoch der für die höhere Qualitätsstufe wie Spätlese oder Auslese erforderliche Charakter. Rotweine weisen bei höheren Alkoholgehalten auch meist eine sehr gute Farbausbeute auf und sind meist auch komplexer strukturiert.
Inwieweit dem Jahrgang 2003 Jahrhundertweinqualität mit entsprechendem Lagerungspotenzial zugesprochen werden kann, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilen.
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