kleines Landeswappen CVUA-Logo

Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe

Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit im Regierungsbezirk Karlsruhe

Was haben Heizöl, Bohnerwachs und Chili gemeinsam?

Es kann die Farbe sein. Heizöl wird gefärbt um es von dem höher besteuerten Dieselöl zu unterscheiden, Bohnerwachs wird gefärbt weil manch ein Kunde ein gelbes Bohnerwachs lieber mag als ein weißes − und ein minderwertiges ausgebleichtes Chiligewürzpulver erhält erst mit einem kräftigen Spritzer aus der Farbdose den richtigen farblichen Pep.

Doch was bei Heizöl und Bohnerwachs erlaubt ist, ist bei Gewürzen verboten: das Färben mit einem Farbstoff. Erst recht wenn es sich um einen Farbstoff handelt, der gesundheitlich bedenklich ist wie Sudanrot. Dieses wird seit langem zum Färben von Reinigungsmitteln und Mineralölprodukten eingesetzt, ist jedoch aufgrund seiner toxikologischen Eigenschaften als Farbstoff für Lebensmittel verboten.

Seit über zwei Jahren ist das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe alarmiert: immer wieder finden sich im Handel Chili- und Paprikapulver die mit Sudanrot oder ähnlichen Farbstoffen geschönt wurden. So auch in diesem Jahr. Von 170 untersuchten Gewürzpulvern wurden in 22 Sudanfarbstoffe gefunden. Dies entspricht einer Belastungsquote von 13%. Chili- und Paprikapulver werden auch bei der Herstellung von Fertiglebensmitteln verwendet. Die Nachforschung wurde daher auch auf die Untersuchung von Chili-Würzsoßen und Tomatensoßen ausgedehnt. Auch hier wurde das Labor fündig: von 73 untersuchten Soßen mussten sechs (entspricht 8%) aus dem Handel genommen werden da sie unerlaubte Sudanfarbstoffe enthielten.

Möglich wurde die große Anzahl der Untersuchungen durch eine schnelle und kostengünstige Screeningmethode die eigens zur Analytik von Sudanfarbstoffen am Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe entwickelt wurde (Lebensmittelchemie 58, 44-45 (2004)). Mit Hilfe dieser Methode können die untersuchten Lebensmittel auf die Anwesenheit von sieben verschiedenen Sudanfarbstoffen hin analysiert werden. Etwaige andere unrechtmäßig zugesetzte Farbstoffe lassen sich anhand der Methode ebenfalls aufspüren.

Seit Beginn der intensiven Überwachungsmaßnahmen vor etwa zwei Jahren hat sich die Anzahl der mit Sudanfarbstoffen belasteten Lebensmittel im Handel deutlich verringert. Das Ziel ist, den Lebensmittelmarkt in der Europäischen Union von mit Sudanfarbstoffen gefärbten Lebensmitteln freizuhalten. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe wird daher auch im nächsten Jahr die Problematik im Auge behalten und verstärkt Lebensmittel auf Sudanfarbstoffe hin untersuchen.

zurück zur vorhergehenden Seite

 

©2003−2005 CVUA KA   Impressum •  Untersuchungsämter BW  •  zum Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum