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Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe

Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit im Regierungsbezirk Karlsruhe

Verfälschung von Käse mit Pflanzenfetten: weil's billiger ist

Warum das teure Milchfett einsetzen, wenn es sich ebenso gut durch billiges Pflanzenfett ersetzen lässt? So dachte wohl ein unredlicher Käsehersteller. Und wie geht das?

Es geht ganz einfach. Man muss nur die entrahmte oder teilentrahmte Käsereimilch mit der gewünschten Menge Pflanzenfett versetzen und dann wie gewohnt zu einem „Käse” weiterverarbeiten. Das herauskommende Produkt ist zwar vom Geruch und Geschmack her eher flach und fade, kann jedoch hinsichtlich Aussehen und Konsistenz durchaus mit einem herkömmlichen Käse verwechselt werden.

Es wurden uns drei verschiedene derartige „Käse” eines belgischen Herstellers vorgelegt. Dieser brachte die Produkte unter der Verkehrsbezeichnung „Käse in Salzlake”, „Weichkäse in Salzlake” oder „Schnittkäse” gewerbsmäßig in den Verkehr. Bei den Untersuchungen stellte sich heraus, dass bis zu 84 % des Milchfettes durch Pflanzenfett ersetzt worden war. Weitergehende Untersuchungen zeigten, dass zur Verfälschung vermutlich Kokosfett oder Palmkernöl verwendet worden waren.

Diese „nachgemachten” Käse entsprechen nicht den Bestimmungen der Käseverordnung und dürfen damit nicht unter der Bezeichnung „Käse” gewerbsmäßig in den Verkehr gebracht werden.

Einer Vermarktung der Produkte unter einer nicht irreführenden Verkehrsbezeichnung − etwa „Käseimitat” − wäre hingegen nichts entgegenzusetzen. Ob sich ein Produkt dieser Art auf dem Markt jedoch durchsetzt, entscheidet dann allein der Geschmack des Verbrauchers.

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