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Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe

Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit im Regierungsbezirk Karlsruhe

Seezunge, Tropenzunge oder Pangasius? Untersuchungen am CVUA Karlsruhe weisen Verbrauchertäuschung nach

Seezunge, Tropenzunge und Pangasius sind drei verschiedene Fischarten, die als Speisefische genutzt werden. Von den genannten Fischen ist die Seezunge der wohlschmeckendste und auch der teuerste Fisch. Bei der Tropenzunge und dem Pangasius handelt es sich demgegenüber um weniger wohlschmeckende und geringwertigere Fische.

Seezunge
Abb. 1: Seezunge

Die Seezunge (Solea solea bzw. vulgaris) ist ein bis 70cm langer Plattfisch mit einer graubraunen bis schwarzbraunen Augenseite und einer weißen Blindseite. Sie ist in fast allen europäischen Küstengewässern und entlang der Atlantikküste bis zum Senegal verbreitet. Nur dieser Fisch darf als „Seezunge” bezeichnet und verkauft werden. Die Tropenzunge (Cynoglossus spp.) ist ebenfalls ein Plattfisch, der jedoch zu einer anderen Familie, zu den „Hundszungen” gehört. Dieser Fisch ist im Pazifik zu finden. Sie bleibt deutlich kleiner als die Seezunge und muss mit ihrer korrekten Bezeichnung („Tropenzunge”) benannt werden. Der Pangasius (Pangasius spp.) ist kein Plattfisch, sondern ein ca. 120cm langer Schlankwels. Dieser Fisch wird in Vietnam in Süßwasser-Aquakulturen gezogen. Es handelt sich um einen preiswerteren Speisefisch. Die Filets der drei Fische sehen sehr ähnlich aus, so dass der Verbraucher anhand des Filets nicht erkennen kann, um welchen Fisch es sich handelt.

Tropenzunge
Abb. 2: Tropenzunge

Am CVUA Karlsruhe ist es jedoch möglich mit der sogenannten PAGIF, der Polyacrylamid Gel Elektrophorese vom Typ der Isoelektrischen Fokussierung, Seezunge von anderen Fischen zu unterscheiden. Bei dieser Methode wird zunächst ein Extrakt der Probe hergestellt und anschließend die darin enthaltenen Proteine im elektrischen Feld aufgetrennt. Dies führt zu Mustern von Proteinbanden, die charakteristisch für die jeweils vorliegende Tierart sind.

Im 1. Halbjahr 2005 wurden am CVUA Karlsruhe im Rahmen eines Untersuchungsschwerpunktes 14 als „Seezunge” bzw. „Seezungenfilet” gekennzeichnete Proben aus der Gastronomie untersucht. Die Proben wurden auf die Tierart und die korrekte Kennzeichnung hin überprüft. In neun Fällen konnte nachgewiesen werden, dass es sich bei den Proben nicht, wie angepriesen, um Seezungen handelte. Dabei fiel auf, dass bei fünf dieser Proben bereits auf der vom Gastwirt bezogenen Fertigpackung bzw. auf dem Lieferschein eine falsche Kennzeichnung angegeben war. In allen neun Fällen wurden Beanstandungen aufgrund einer falschen und somit für den Verbraucher irreführenden Kennzeichnung ausgesprochen.

Pangasius
Abb. 3: Pangasius

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