Im Bereich der Milchviehhaltung haben die extremen Witterungsverhältnisse des vergangenen Sommers häufig zu einer starken Beeinträchtigung des Wohlbefindens der Tiere geführt. In dieser Zeit wurden durch die hohen Umgebungstemperaturen Probleme bei der Aufrechterhaltung eines gesunden Stallklimas sowie einer ausreichenden Versorgung der Hochleistungstiere mit frischem Trinkwasser schonungslos offengelegt. Die Tiere reagierten rasch auf diese Belastungen mit einer verminderten Futteraufnahme. Die Folgen waren energetische Defizite, die sich in geringerer Milchleistung manifestierten, insbesondere in erniedrigten Gehalten an Milchinhaltsstoffen wie Milchfett und Milcheiweiß.
Eine weitere Folge der hohen Außentemperaturen war die drastische Verschlechterung der Herdenfruchtbarkeit, d.h. die Kühe wurden nach dem Abkalben nicht − oder nur verzögert − wieder tragend. Dieses Geschehen war maßgeblich bestimmt durch gehäuftes Auftreten des sog. „Embryonalen Frühtods”. Hierunter werden Störungen bei der Implantation des Embryo in die Gebärmutter verstanden, die auch durch Temperaturstress hervorgerufen werden können.
Zur Verbesserung der Situation wurden in diesen Fällen Großventilatoren eingesetzt. Auf Anraten des Rindergesundheitsdienstes wurde zusätzlich durch Vernebelung von Wasser Verdunstungskälte erzeugt. Dadurch konnte die Umgebungstemperatur weiter, im Einzelfall um bis zu 5 °C, gesenkt werden. Erforderlich war dabei allerdings die Kontrolle der Luftfeuchtigkeit, die auch bei Vernebelung 80% nicht überschreiten sollte.
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