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Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe

Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit im Regierungsbezirk Karlsruhe

EBHS-Ausbruch bei Feldhasen

Im Spätsommer letzten Jahres berichteten Jagdpächter von einem örtlich auftretenden massenhaften plötzlichen Verenden von Feldhasen.

Auf einem Golfplatz bei Heddesheim und dessen Umgebung verendeten über 100 Feldhasen teilweise vor den Augen der Passanten. Eine ähnliche Situation stellte sich auf der anderen Rheinseite im angrenzenden Rheinland-Pfalz dar. Die zur Untersuchung gelangten Tiere wiesen generell eine hochgradige Milzschwellung teilweise in Verbindung mit einer Gelbfärbung der Arterienwände auf. Bei der feingeweblichen Untersuchung zeigte sich eine akute nichteitrige Leberentzündung mit einzelnen abgestorbenen Leberzellen. Die bakteriologischen Befunde waren negativ bzw. unspezifisch. Die Befunde sprachen für ein Auftreten des European Brown Hare Syndrom (EBHS) als Todesursache. Der Erreger des EBHS ist ein Calicivirus und befällt ausschließlich Hasen. Das Virus ist dem der Chinaseuche (RHD) des Kaninchens eng verwandt und verursacht auch ähnliche rasant verlaufende klinische Symptomatik. Die erkrankten Hasen fallen durch unkoordinierte Bewegung und einer fehlenden Scheu vor dem Menschen auf. Betroffene Tiere verenden innerhalb kürzester Zeit.

Bei insgesamt acht Tieren wurde die Diagnose EBHS gestellt, die durch weiterführende virologische Tests am Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems bestätigt werden konnte. EBHS ist seit den 80er Jahren bekannt. Über ihren Ursprung gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. In Deutschland treten immer wieder Seuchenzüge in den Hasenpopulationen auf.

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